Foren 2011

Drei der sechs Foren fanden bei dem ersten hundertprozentig.ERNEUERBAR Kongress am Vormittag bzw. am Nachmittag statt.

Vormittag:

Keine Wende ohne Energieeinsparung

    Dem Ziel des Kongresses, eine hundertprozentige Versorgung aus Erneuerbaren Energien zu erreichen, ist nur mit einem Mix aus Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz näher zu kommen. Jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht wird, muss zuvor nicht erzeugt werden. Mit energiesparenden Gebäuden lässt sich der Energieverbrauch senken. Leitung: Gerd Marx, EnergieAgentur.NRW
    Energetische Gebäudesanierung: Mit der energetischen Gebäudesanierung wird es möglich, Energie (-kosten) zu sparen. Die Bau- und Ausbauhandwerke bieten die Beratung und Durchführung der Sanierung an. Die Arbeiten mehrerer Fachgewerke greifen dabei ineinander. Das Potential der energetischen Gebäudesanierung wird gewerkübergreifend dargestellt. Referent: Dr. Volker Becker, Handwerkskammer Düsseldorf
    Erfolgsfaktor Energiemanagement : In der Industrie stecken Effizienzpotentiale in Produktionsprozessen und Technologien, in der Verminderung des Energieeinsatzes, in der Umsetz-ung energieeffizienter Produktinnovationen und Dienstleistungen sowie in der Nutzung verhaltensbedingter Einsparpotentiale. Mit einem Energiemanagementsystem lassen sich Effizienzpotentiale identifizieren. Referent: Dipl.-Ing. Gerald Orlik, EnergieAgentur.NRW
    Energieeffiziente Nichtwohngebäude: Der Passivhaus-Standard erreicht die Nichtwohngebäude. Hochenergieeffiziente und zukunftsfähige Lösungen für Kommune und Gewerbe sind möglich. Ob Schule, Büro- und Verwaltungsgebäude: Architektur, Baustoffe und Haustechnik bieten heute vielfältige Möglichkeiten, Energieeffizienz kostengünstig zu realisieren. Referenten: Dipl.-Ing. Joachim Decker und Dipl.-Ing. Ulrich Goedecke, EnergieAgentur.NRW

Kommunale Handlungsspielräume

    Es liegt durchaus nicht allein in der Hand der technischen Experten und der ökonomischen Akteure, eine ertragreiche und zustimmungsfähige Energiepolitik in den Regionen durchzusetzen. Hierzu ist immer auch die Bereitschaft und die Unterstützung der Bürgerschaften und der politischen Institutionen erforderlich. Dieses Forum wird politische und sozialwissenschaftliche Experten einbeziehen. Leitung: Professor Dr. Hans J. Lietzmann, Bergische Universität Wuppertal
    Kommunalpolitische Akteure: Die Debatte um eine klimaschonende Energiepolitik ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. An dem Diskussionsprozess sind eine Vielzahl sozialer und politischer Akteure beteiligt. Unterschiedlichste Kompetenzen und divergierende Interessen gehen in die Entscheidung ein. Referent: Prof. Dr. Hans J. Lietzmann, Bergische Universität Wuppertal
    Handlungsfelder: Die energiepolitische Programm- und Projektplanung für eine nachhaltige Stadt- und Siedlungsentwicklung stehen vor einer Vielzahl Restriktionen; diese sind institutioneller und kommunikativer Art. Die Ziele einer gegenüber der Umwelt und auch gegenüber zukünftigen Generationen verantwortlichen Klimaschutzpolitik sollen gewahrt bleiben. Referentin: Dr. Ralf Schüle u. Anja Bierwirth, Wuppertal Institut
    Handlungsformen: Klimaschutz- und Energiepolitik ist auf die Akzeptanz durch die Gesellschaft angewiesen. Die Legitimation durch die Bürgerschaft ist aber ohne deren Partizipation nicht zu gewinnen. Welche Formen der Kooperation bieten sich an? Wie sind Verhandlungs- und Entscheidungsprozesse im Miteinander von öffentlicher Hand und Zivilgesellschaft zu organisieren? Referent: Dr. Hilmar Sturm, Bergische Universität Wuppertal

Mehr Erneuerbare Energie

    Die Nutzung von Erneuerbaren Energien hat im Bergischen eine lange Tradition. Heute kommen im Bergischen Land bereits Erneuerbare Energien zum Einsatz. Insgesamt wird von entscheidender Bedeutung sein, die Energieerzeuger und -verbraucher in Zukunft stärker in ein innovatives, dezentrales Energiekonzept einzubinden. Das bedeutet, die jeweiligen Akteure im Verbund mit der lokalen Infrastruktur zu vernetzen. Leitung: Bernd Wille, Wupperverband
    Potentiale: Wie kann die Nutzung erneuerbarer Energien weiter ausgebaut werden? Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen einer Steigerung der Energieerzeugung aus Erneuerbaren Energieträgern und anderen Bereichen (z. B. Spannungsfeld Wasserkraftnutzung contra naturnahe Gewässerentwicklung gemäß Europäischer Wasserrahmenrichtlinie)? Referent: Dr. Stefan Lechtenböhmer, Wuppertal Institut
    Best Practice: Welche besonders „elegante“ Nutzungen gibt es, besonders im gewerblichen Bereich? Welche innovativen Anwendungs-Ideen gibt es? Wie lassen sich diese übertragen und weiter entwickeln? Referent: Bernd Wille, Wupperverband
    Vernetzung: Welche neuen Anforderungen kommen auf die bestehende Infrastruktur zu? Welche Synergieeffekte sind zwischen Fernwärme-, Gas- und Stromnetzen möglich? Welche Potenziale bietet eine Vernetzung der verschiedenen Akteure im Bergischen Land für die Zielsetzung „Mehr erneuerbare Energie“? Referent: Prof. Dr. Norbert Hüttenhölscher, WSW Energie & Wasser AG

Nachmittag:

Klimaschutz ist Wirtschaftsförderung

    Erneuerbare Energien sind ein Wachstumsmotor. Die Firmen im Bergischen Land sind erfolgreiche Entwickler, Hersteller und Anbieter. Als Energieverbraucher sind sie zugleich Anwender neuer Techniken und Verfahren. Das Forum zeigt auf, wie Betriebe mit Erneuerbaren Energien Geld verdienen, wie sich Kosten sparen lassen und welche Unterstützung es vom Staat gibt. Leitung: Bodo Middeldorf, Bergische Entwicklungsagentur.
    Entwickler und Produzenten: Neue Technologien dienen der Gewinnung, Anwendung oder auch der effizienteren Ausnutzung Erneuerbarer Energieträger. Sie sind Basis für die nationale und internationale Positionierung des Standortes auf den wachsenden Märkten für Erneuerbare Energienutzung. Einzelne Firmen betreiben Forschung und Pro-duktion auf höchstem Niveau und können Vorreiter für eine Entwicklung auch vieler anderer Betriebe sein.
    Anbieter Erneuerbarer Energien : Auch in einer dichtbesiedelten Region bestehen Ansätze der Nutzbarmachung Erneuerbarer Energieträger. Wasserkraft, Biomasse, Solar- und Windenergie sind im Angebot regionaler Energieproduzenten und ein Wirtschaftsfaktor. Die Potenziale sind noch lange nicht ausgeschöpft, daher bieten sich dort Möglichkeiten unternehmerischer Aktivitäten. Referent: Wilfried Schneider, Holzcluster-Manager Bergisches Land
    Energieeffizienz in der Produktion: Produzierende Unternehmen benötigen Energie. Für sie sind Einsparungspotentiale sowie die Optimierung von Prozessen von Bedeutung. Nicht nur die Entwicklung energierelevanter Produkte, auch die Steigerung der Energieeffizienz im Produktionsprozess ist mit hohen Investitionen verbunden. Fördermittel können helfen. Referent: Dr. Peter Jahns, Effizienz-Agentur NRW und Carsten Meyer, Sparkasse Wuppertal

Fortschritt durch Erneuerbare Energien

    Die Energiewende hin zu regenerativer Energieversorgung wird nur im Zusammenspiel von Forschung und Umsetzung der Forschungsergebnisse in der Praxis gelingen. Forum 5 beleuchtet dazu wesentliche aktuelle Forschungsaspekte im Bereich der Erneuerbaren Energien und zeigt an einem Beispiel den konkreten Umsetzungsstand im Bergischen Land. Leitung: Prof. Dr. Markus Zdrallek, Bergische Universität Wuppertal
    Elektromobilität: Neben der Erzeugung und dem Transport von regenerativer Energie spielt heute die Mobilität der Bevölkerung im Hinblick auf die Schadstoffemissionen und den Primär-energieverbrauch eine große Rolle. Elektromobilität befasst sich mit den Aspekten der Technik, den Potentialen und den Prognosen für eine Marktdurchdringung. Referent: Prof. Dr. Stefan Soter, Bergische Universität Wuppertal
    Erneuerbare Energien in der Praxis : Hier beschreibt ein regionaler Energieversorger den derzeitigen Stand und die Zukunftsprognosen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in seinem Versorgungsgebiet. Dazu werden Ziele und Herausforderungen für ein regionales Energieversorgungsunternehmen zur Energiewende diskutiert und konkrete eigene Projekte vorgestellt. Referent: Oliver Rakow (BEW Bergische Energie- und Wasser-GmbH)
    Smart Grids – Intelligente Netze : Keine Energiewende ohne geeignete Netzstrukturen. Dazu müssen sich die Energieversorgungsnetze grundlegend verändern. Dieser runde Tisch zeigt auf, dass der Ausbau der Netze hin zu modernen, dezentralen und „intelligenten“ Netzstrukturen auf allen Spannungsebenen für eine vollständig Erneuerbare Energieversorgung von essentieller Bedeutung ist. Referent: Prof. Dr. Markus Zdrallek, Bergische Universität Wuppertal

Neue Energien — Neue Technik

    Das Forum beleuchtet neue Technologien und – interdisziplinär- Baustoffe, die bei der Erzeugung Erneuerbarer Energien zum Einsatz kommen. An den Vorträgen beteiligen sich u. a. Maschinenbauer, Architekten und Bauphysiker. Leitung: Professor Dr.-Ing. Peter Gust, Bergische Universität Wuppertal
    Windenergie im Bergischen Land: Die Nutzung von Windenergietechnologien für das Bergische Land werden vorgestellt. Aktuelle Trends in der Konzeption der Anlagen werden besprochen und Chancen und Risiken für die an der Windenergie wertschöpfenden Industrie abgeleitet. Referenten: Prof. Dipl.-Ing. Peter Dalhoff, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und Prof. Dr.-Ing. Peter Gust, Bergische Universität Wuppertal
    Photovoltaik Solardachstein: Ein neu entwickeltes Photovoltaikmodul: Weg von den Standardindustrie-ösungen, hin zu einem ästhetisch ansprechenden Modul. Geschäftsführer Hendrik Winkelheide gibt einen Ausblick auf die Möglichkeiten dieses kleinformatigen Dacheindecksystems mit integrierter Stromgewinnung. Erläutert werden die Vorteile und das Potential anhand eines Prototyps. Referent: Hendrik Winkelheide, Integrierte Solarsysteme
    Solar-Decathlon-Haus: Das Plusenergie-Solarhaus vereint Nachhaltigkeit und Energieeffizienz mit architektonischer Gestaltung. Mit seinem intelligenten Energiemanagement und einer Batteriepufferung erlangt das zu 100% solarversorgte Gebäude einen hohen Grad der direkten Eigenverbrauchsdeckung sowie einen Überschuss an Solarstrom. Referentin: M.Sc. Dipl.-Ing. Soara Bernard, Bergische Universität Wuppertal